ASTORIA wird verschrottet

ASTORIA

Das Ende für den 75 Jahre alten Liner ist gekommen.

Nun also doch: das derzeit älteste Kreuzfahrtschiff der Welt, die 1948 bei den Götaverken in Göteborg unter dem Namen STOCKHOLM gebaute ASTORIA (IMO 5383304) kommt in Kürze im türkischen Aliaga zur Verschrottung. Seit dem Konkurs der CMV Cruise & Maritime Voyages hat die ASTORIA in Rotterdam aufgelegen.

Das Schiff hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: 1948 gebaut als STOCKHOLM für Swedish America Line, 1956 die tragische Kollision mit dem italienischen Liner ANDREA DORIA. Mit Übernahme des Passagierschiffs im Jahre 1960 durch die DDR begann die zweite Karriere des Liners. Unter dem Namen VÖLKERFREUNDSCHAFT fuhr er 25 Jahr für den FDGB-Feriendienst der DDR.

Nach einer Zwischennutzung als Unterkunftsschiff für Asylbewerber in Oslo unter dem Namen FRIDTJOF NANSEN ab Ende 1986 erfolgte ab Ende 1992 in Genua ein umfangreicher Umbau zu einem modernen Kreuzfahrtschiff. Vom einstigen Schiff wurde dabei allerdings im Grunde nur der Rumpf übernommen. Die Aufbauten entstanden komplett neu. Nach dem Umbau fuhr der Liner unter dem Namen ITALIA I für die italienische NINA SpA. Es folgten mehrere Eigner- und Namenswechsel. Zuletzt fuhr das Kreuzfahrtschiff für CMV unter dem Namen ASTORIA. CMV gingen 2020 als Folge der COVID 19-Pandemie in Insolvenz, und die ASTORIA ist seitdem nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Bis zum Schluss hatte man gehofft, es könne ein Interessent gefunden werden, der das Schiff weiterbetreiben würde. Diese Hoffnungen sind nun wohl verflogen.

ASTORIA soon to be scrapped

The end for the 75 year old liner has come.

What is currently the oldest cruise ship in the world, the ASTORIA (IMO 5383304), built in 1948 by the Götaverken in Gothenburg under the name STOCKHOLM, will soon be scrapped in Aliaga, Turkey. Since the bankruptcy of CMV Cruise & Maritime Voyages, the ASTORIA was laid up in Rotterdam

The ship has had an eventful history: built in 1948 as STOCKHOLM for Swedish America Line, in 1956 the tragic collision with the Italian liner ANDREA DORIA. When the GDR took over the passenger ship in 1960, the second career of the liner began. Under the name VÖLKERFREUNDSCHAFT she was deployed for 25 years for the FDGB holiday service of the GDR.

After an interim use as an accommodation ship for asylum seekers in Oslo under the name FRIDTJOF NANSEN from the end of 1986, an extensive conversion to a modern cruise ship took place in Genoa from the end of 1992. From the former ship, however, basically only the hull was taken over. The superstructure was renewed completely. After the conversion, the liner sailed under the name ITALIA I for the Italian company NINA SpA. Several changes of ownership and names followed. The cruise ship last sailed for CMV under the name ASTORIA. CMV went bankrupt in 2020 as a result of the COVID 19 pandemic and the ASTORIA has not been in service since then.

Until the very end, it was hoped that an interested party could be found who would continue to operate the ship. Those hopes are now gone.

Image credit:

VÖLKERFREUNDSCHAFT:  Bundesarchiv, Bild 183-G1011-0023-001 / Sindermann, Jürgen / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5433637

ASTORIA: Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende

Astoria

Vor 75 Jahren: Jungfernfahrt als STOCKHOLM

Wird die ASTORIA bald verschrottet? Mehrere Quellen meldete dies dieser Tage.

Sie ist ein Passagierschiff mit langer und bewegter Geschichte. Zuletzt im Einsatz für die britischen Cruise & Maritime Voyages, liegt die ASTORIA (IMO 5383304) seit Monaten in Rotterdam auf. Die Geschichte des Schiffs begann schon vor mehr als 75 Jahren. Ab 1946 wurde auf den Götaverken in Göteborg das Passagierschiff STOCKHOLM gebaut, welches im Februar 1948 seine Jungfernfahrt von Göteborg nach New York antrat und fortan im Transatlantik-Dienst für die Swedish America Line eingesetzt war.

Traurige Berühmtheit erlangte der Liner am 25. Juli 1956, als er kurz vor Mitternacht nahe Nantucket mit dem italienischen Passagierschiff ANDREA DORIA kollidierte, worauf letzteres sank. 51 Menschen starben bei dem Unglück. Die STOCKHOLM war schwer beschädigt, insbesondere am Bug, konnte aber aus eigener Kraft nach New York zurückkehren und wurde repariert.

Mit Übernahme des Passagierschiffs im Jahre 1960 durch die DDR begann die zweite Karriere des Liners. Unter dem Namen VÖLKERFREUNDSCHAFT fuhr er 25 Jahr für den FDGB-Feriendienst der DDR.

Nach einer Zwischennutzung als  Unterkunftsschiff für Asylbewerber in Oslo unter dem Namen FRIDTJOF NANSEN ab Ende 1986 erfolgte ab Ende 1992 in Genua ein umfangreicher Umbau zu einem modernen Kreuzfahrtschiff. Vom einstigen Schiff wurde dabei allerdings im Grunde nur der Rumpf übernommen. Die Aufbauten entstanden komplett neu. Nach dem Umbau fuhr der Liner unter dem Namen ITALIA I für die italienische NINA SpA. Es folgten mehrere Eigner- und Namenswechsel. Zuletzt fuhr das Kreuzfahrtschiff für CMV unter dem Namen ASTORIA. CMV gingen 2020 als Folge der COVID 19-Pandemie in Insolvenz, und die ASTORIA ist seitdem nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Die jüngst erschienenen Meldungen über einen Verkauf des Schiffs zur Verschrottung wurden nun von den derzeitigen Eignern zurückgewiesen. Ein Verkauf sei derzeit noch in Verhandlung. Angeblich habe der Kaufinteressent die Intention, das Kreuzfahrtschiff wieder zum Einsatz zu bringen.

ASTORIA: Her Story Is Not Over Yet

75 years ago: Maiden voyage as STOCKHOLM

Will the ASTORIA soon be scrapped? Several sources reported this these days.

She is a passenger ship with a long and eventful history. Most recently in service for the British Cruise & Maritime Voyages, the ASTORIA (IMO 5383304) has been laid up in Rotterdam for months. The history of the ship began more than 75 years ago. From 1946 the passenger ship STOCKHOLM was built by Götaverken in Gothenburg, which started her maiden voyage from Gothenburg to New York in February 1948 and from then on was deployed in the transatlantic service for the Swedish America Line.

The liner gained notoriety on July 25, 1956, when shortly before midnight it collided with the Italian passenger ship ANDREA DORIA near Nantucket, causing the latter to sink. 51 people died in the accident. The STOCKHOLM was badly damaged, especially at the bow, but was able to return to New York under her own power and was repaired.

When the German Democrated Republic took over the passenger ship in 1960, the second career of the liner began. Under the name VÖLKERFREUNDSCHAFT she was deployed for 25 years for the FDGB holiday service of the GDR.

After an interim use as an accommodation ship for asylum seekers in Oslo under the name FRIDTJOF NANSEN from the end of 1986, an extensive conversion to a modern cruise ship took place in Genoa from the end of 1992. From the former ship, however, basically only the hull was taken over. The superstructure was completely rebuilt. After the conversion, the liner sailed under the name ITALIA I for the Italian company NINA SpA. Several changes of ownership and name followed. The cruise ship last sailed for CMV under the name ASTORIA. CMV went bankrupt in 2020 as a result of the COVID 19 pandemic and the ASTORIA has not been used since then.

Recent reports of the ship being sold for scrap have now been denied by the current owners. A sale was currently still under negotiation. The prospective buyer allegedly intends to put the cruise ship back into service.

Image credit:

VÖLKERFREUNDSCHAFT:  Bundesarchiv, Bild 183-G1011-0023-001 / Sindermann, Jürgen / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5433637

70 Jahre STOCKHOLM / VÖLKERFREUNDSCHAFT / ASTORIA

Astoria ex VÖLKERFREUNDSCHAFT

Vor 70 Jahren wurde die STOCKHOLM und spätere VÖLKERFREUNDSCHAFT in Dienst gestellt.

Es ist eines der ältesten Passagierschiffe der Welt und der älteste Transatlantik-Liner, der noch auf See ist. Über viele Jahre bekannt unter dem Namen VÖLKERFREUNDSCHAFT, fährt es derzeit als ASTORIA für die britischen CMV (Cruise & Maritime Voyages). 1948 wurde das Schiff unter dem Namen STOCKHOLM in Dienst gestellt. Es wurde bei den Götaverken in Göteborg für die Svenska Amerika Linjen gebaut. Die Jungfernfahrt führte von Göteborg nach New York. Auch in der Folge wurde die STOCKHOLM im Transatlantik-Dienst eingesetzt.

Kollision mit der ANDREA DORIA

Traurige Berühmtheit erlangte das Schiff im Jahre 1956.  Nachdem die STOCKHOLM am 25. Juli 1956 aus New York ausgelaufen war, kollidierte sie mit dem italienischen Passagierschiff ANDREA DORIA. Die STOCKHOLM traf die ANDREA DORIA mittschiffs auf der Steuerbord-Seite, so dass der italienische Liner nach 11 Stunden sank. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen von der ANDREA DORIA sowie 5 Menschen von der STOCKHOLM ums Leben.

Während die deutlich größere ANDREA DORIA gesunken war, konnte die schwer beschädigte STOCKHOLM nach Rückkehr nach New York repariert werden. Ab November 1956 war sie wieder seetüchtig. Noch bis 1960 fuhr die STOCKHOLM für die Svenska Amerika Linjen.

DDR-Urlauberschiff

Nach Verkauf an die DDR wurde die STOCKHOLM in VÖLKERFREUNDSCHAFT umbenannt und zum Urlauberschiff für den FDGB umgebaut. Bis zu 568 Passagiere konnten darauf befördert werden. Im Jahr 1985 trennte sich die DDR von der VÖLKERFREUNDSCHAFT. Sie wurde an eine Gesellschaft namens Neptunus Rex Enterprises verkauft und zunächst in Holmestrand im Oslofjord aufgelegt. Ab 1986 diente sie dann unter dem Namen FRIDTJOF NANSEN als Unterkunft für Flüchtlinge.

Weiter in Fahrt als Kreuzfahrtschiff

Im Jahr 1989 kaufte die italienische Star Lauro mit Sitz in Neapel das Schiff und ließ es in Genua komplett umbauen, um daraus ein modernes Kreuzfahrtschiff zu machen. Dabei blieb im Wesentlichen der Rumpf erhalten. Auf Aufbauten wurden jedoch weitgehend verändert, so dass die ursprüngliche Schiffsform verloren ging. Das Kreuzfahrtschiff ging dann zunächst unter dem Namen ITALIA I und dann als ITALIA PRIMA in den Dienst und fuhr in Charter für verschiedene Gesellschaften. Unter dem Namen VALTUR PRIMA wurden ab 1999 Rundreisen ab Kuba angeboten.

2002 erfolgte ein Ankauf durch Festival Crociere und Umbenennung in CARIBE. Nach Aufliegezeiten in Havanna und Lissabon übernahmen schließlich die in Lissabon ansässigen NINA SpA das Schiff, bevor es unter dem Namen ATHENA für Classic International Cruises wieder in Fahrt kam. Im Jahr 2009 nahm auch Phoenix Seereisen das Schiff kurzzeitig Charter, weil kurzfristig ein Ersatz-Schiff benötigt wurde.

Die portugiesische Gesellschaft Portuscale Cruises wurde dann der nächste Eigner des Schiffs. Neuer Name war fortan AZORES. Seit 2015 fährt das Schiff nun in Charter für CMV Cruise & Maritime Voyages, die es unter dem Namen ASTORIA betreiben. Inzwischen bietet die französische Gesellschaft Rivages du Monde Reisen auf der ASTORIA an. Damit ist die Karriere dieses 70 Jahre alten Liners, der unter IMO 5383304 registriert ist, noch nicht beendet.

Geheimtipp für Shipspotter: Oxdjupet in Schweden

SILJA SYMPHONY vor dem Oxdjupet

Lage und Geschichte –

Der Oxdjupet – zu deutsch Ochsentiefe – in den Schären vor Stockholm ist eine Wasserstraße und Hauptschifffahrtsroute von und nach Stockholm. Der Oxdjupet ist der Sund zwischen den Schäreninseln Rindö und Värmdö. Dieser ist an seiner schmalsten Stelle 180 Meter breit. Seine Tiefe beträgt zwischen 17 und 38 Metern.

Dieser Schifffahrtsweg hatte in der Vergangenheit große militärische Bedeutung. Im 16. Jahrhundert wurde versucht, das Oxdjupet durch Unterwasserhindernisse zu versperren. Hintergrund war, dass man die Schiffe durchs Kodjupet – die Kuhtiefe – umleiten wollte, wo damals neue und moderne Festungen errichtet worden waren. Auf diese Weise sollte der Schiffsverkehr kontrolliert und Stockholm gesichert werden.
Festung Fredriksborg - SchwedenIm 18. Jahrhundert wurde am Oxdjupet die Festung Fredriksborg angelegt, welche im 19. Jahrhundert noch ausgebaut und verstärkt wurde. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens waren die Festungsanlagen am Kodjupet inzwischen veraltet und konnten Stockholm nicht mehr schützen. Zweitens wurden schon zu seiner Zeit die Schiffe immer größer und hatten auf Grund ihres Tiefgangs Schwierigkeiten, das Kodjupet zu passieren. Daher wurden die Unterwasserhindernisse im Oxdjupet wieder entfernt, um diese Passage den Schiffen wieder zugänglich zu machen. Als zusätzliche Maßnahme wurde auf der Westseite des Oxdjupet mit Oskar-Fredriksborg eine weitere Festung angelegt.

MEIN SCHIFF 4 im OxdjupetHeutige Nutzung

Die großen Schiffe von und nach Stockholm müssen mangels Alternativen noch heutzutage durchs Oxdjupet fahren. Derweil haben die Festungen ihre militärische Bedeutung längst verloren. Auf dem Gelände der Festung Fredriksborg auf der Insel Värmdö befindet sich heutzutage ein Hotel und Restaurant. Die historischen Festungsgebäude werden vom Statens fastighetsverk (Staatliche Immobilien-Behörde) verwaltet.

AIDAmar im OxdjupetShipspotting am Oxdjupet

Die Schiffe passieren das Gelände in unmittelbarer Nähe, man kann sie sozusagen hautnah erleben. Dabei kann man zum Schauen und Fotografieren entweder auf der Anhöhe direkt beim Hotel stehen oder direkt unten am Ufer des Sunds auf einer Terrasse mit Anleger und historischem Säulen-Portal. Angesichts der interessanten Perspektiven dürfte die Wahl dabei durchaus schwer fallen. Mit dieser exponierten Lage ist die Festung Fredriksborg ein wirklich außergewöhnlicher Shipspotting Point.

SILJA SYMPHONY im Oxdjupet

Die Schiffe, die aus Stockholm kommen, sieht man von der Anhöhe aus eine gute Weile vor der Passage, aus der anderen Richtung kommend gibt es so gut wie keine Vorlaufzeit. Hier gilt es auf die Schiffshörner (Typhone) zu achten. Die Kreuzfahrtschiffe und großen Autofähren aus Finnland und Estland passieren den Oxdjupet in der Regel ab den frühen Morgenstunden und dann wieder am Abend nach dem Auslaufen aus Stockholm.

AIDAdiva im Oxdjupet
Shipspotting lässt sich auf diese Weise ideal mit einem Hotel-Aufenthalt oder einem Restaurant-Besuch verbinden. Das Gelände ist aber auch frei zugänglich, Parken ist kostenlos, so dass ein Besuch des Hotels oder Restaurants nicht zwingend erforderlich ist, um diesen Aussichtspunkt zu besuchen.

PRINCESS ANASTASIA im Oxdjupet