Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische Küstenroute

Havila Kystruten

Sowohl Hurtigruten ASA als auch Havila Kystruten bekommen Verträge mit dem norwegischen Staat zum Betrieb der Küstenlinie, traditionell Hurtigruten genannt. Hurtigruten wird sieben Schiffe einsetzen, während Havila mit vier neuen Schiffen kommen wird. Das hat das Verkehrsministerium am Freitag angekündigt.

 

 

 

Mit neuen Verträgen an die Tradition anknüpfen

q?_encoding=UTF8&ASIN=3667105568&Format=_SL250_&ID=AsinImage&MarketPlace=DE&ServiceVersion=20070822&WS=1&tag=cruisedeck-21 Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische Küstenrouteq?_encoding=UTF8&ASIN=3667105568&Format=_SL250_&ID=AsinImage&MarketPlace=DE&ServiceVersion=20070822&WS=1&tag=cruisedeck-21 Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische KüstenrouteDamit wird auch weiterhin das Transportsystem entlang der norwegischen Küstenlinie aufrecht erhalten. Das bedeutet: Tägliche Abfahrten aus 34 Häfen das ganze Jahr über für den Transport von Passagieren und Gütern. Mit neuen Verträgen wird damit eine lange Tradition fortgesetzt. Es waren drei Pakete mit 11 Routen geschnürt worden, diese wurden nun an zwei Bewerber aufgeteilt: an die Hurtigruten ASA sowie Havila Kystruten. Die neuen Verträge gelten ab 2021.

Strengere Umweltauflagen

Der Verkehrsminister hat dabei betont, dass die Umweltauflagen mit strengeren Anforderungen in den neuen Verträgen aufgenommen wurden. Damit werden die CO2-Emissionen auf dieser Route um etwa 25% gegenüber heute gesenkt. Dabei werden die Staatssubventionen etwa auf dem heutigen Niveau bleiben.

Hurtigruten ASA mit alten und Havila Kystruten mit neuen Schiffen

Die Reederei Havila mit Sitz in Fosnavågen in Sunnmøre bekommt einen Vertrag für den Betrieb von vier Schiffen. Diese werden neu gebaut und operieren für die Firma Havila Kystruten AS.

Hurtigruten ASA bekommt zwei der ausgeschriebenen Pakete: eines mit drei Schiffen und eines mit vier. Sie werden die bestehenden Schiffe einsetzen. Dazu werden die Schiffe aber umgebaut werden müssen, um den strengeren Umweltanforderungen gerecht zu werden.

Bild Copyright: Havila / NTB scanpix

Ablieferung der ROALD AMUNDSEN verzögert sich um mehrere Monate

ROALD AMUNDSEN verzögert
MS ROALD AMUNDSEN verzögert – mehrere tausend Passagiere betroffen.

Die Fertigstellung des Expeditionskreuzfahrtschiffs ROALD AMUNDSEN verzögert sich um mehrere Monate. Das neue Flaggschiff der Hurtigruten wird voraussichtlich erst 2019 fertiggestellt sein. Hurtigruten müssen somit mehrere Kreuzfahrten stornieren. Etwa zehn Reisen in die Antarktis müssen abgesagt werden. Damit sind etwa 3.000 Passagiere betroffen. Laut Hurtigruten erhalten die betroffenen Passagiere eine volle Rückerstattung des Reisepreises einschließlich Gebühren für die Stornierung von Flügen. Darüber hinaus erhalten sie Ermäßigungen für andere Reisen mit Hurtigruten.

Kleven Werft bricht Fertigstellungsfrist

MS ROALD AMUNDSEN wurde Anfang Februar im norwegischen Ulsteinvik vom Stapel gelassen. Laut der Kleven Werft ist der Bau des Schiffes komplexer als erwartet. Damit wird das Schiff nicht innerhalb der vereinbarten Frist fertig. Statt im August 2018 ist die Ablieferung nun erst für 2019 vorgesehen.

Der Neubau soll für Expeditionskreuzfahrten in den Polargebieten eingesetzt werden. Es wird mit großen Akkupacks ausgestattet und wird das erste hybridgesteuerte Expeditionsschiff der Welt

Foto: Copyright Hurtigruten

 

Havila Kystruten – neue Reederei auf der Hurtigruten-Linie?

Havila Kystruten - Neubau - Zeichnung

Neue Passagierschiffs-Reederei in Europa: Havila Kystruten

Wenn man heutzutage von den Hurtigruten spricht, meint man einerseits die traditionelle Schifffahrtsline entlang der norwegischen Küste, andererseits die Reederei, die die Schiffe auf dieser Route betreibt. Die Liniendienste wurden traditionell jedoch von unterschiedlichen Reedereien betrieben. Durch das Ausscheiden einzelner Reedereien aus diesem Dienst, aber auch durch Fusionen und Übernahmen blieb am Ende ein Betreiber der Linie übrig: die Hurtigruten AS. Diese erhält übrigens zumindest für die auslastungsschwachen Wintermonate staatliche Subventionen in nicht unerheblicher Höhe.

Neue Ausschreibung – neue Schiffe

Es ist jedoch nicht ganz selbstverständlich, dass Hurtigruten AS auch zukünftig die Hurtigruten betreibt. Das norwegische Verkehrsministerium hat nämlich die Konzession für die Hurtigruten, also die Schifffahrtslinie entlang der norwegischen Küste, neu ausgeschrieben.

Um sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen, hat die norwegische Firma Havila Shipping ASA eine Tochterfirma mit dem Namen Havila Kystruten gegründet. Diese neue Passagierschiffs-Reederei hat angekündigt, vier neue Passagierschiffe für den norwegischen Küstendienst bauen zu lassen. Die neuen Schiffe wurden von der Werft Havyard in Fosnavåg entworfen. Dabei gehören Werft und Reederei zur selben Firmengruppe, wie die Namensähnlichkeit bereits erahnen lässt. Die neuen Schiffe sollen 125 Meter lang und 20 Meter breit werden und jeweils 700 Passagiere aufnehmen. Zum Vergleich: die Schiffe der Hurtigruten AS variieren zwischen 120 und 135 Metern Länge und einer Passagierkapazität von ca. 500 bis 800.

Aufteilung in mehrere Pakete

Zu Gunsten eines größeren Wettbewerbs hat das Verkehrsministerium das Angebot in drei Pakete aufgeteilt. Dabei handelt es sich um zwei Pakete mit vier Schiffen und ein Paket mit drei Schiffen. Wie erwartet bewirbt sich Hurtigruten AS um alle drei Pakete, um wie bisher die Linie allein mit 11 Schiffen zu betreiben. Havila Kystruten dagegen bewirbt sich um ein Paket von vier Schiffen.

Wer sind die Kandidaten?

Nach Angaben des Ministeriums haben darüber hinaus auch noch andere Reedereien Interesse gezeigt. Obwohl sich das Ministerium in Stillschweigen darüber übt, wer die weiteren Interessenten sein könnten, vermuten Insider die folgenden Kandidaten: Fjord1, Norled, Torghatten, Fjord Line und Color Line. Die ersten drei sind Betreiber lokaler Fährlinien innerhalb Norwegens, Fjord Line dagegen betreibt Linien mit großen Autofähren nach Dänemark und Schweden.  Color Line dürfte auch in Deutschland bekannt sein, nämlich durch mehrere Linien mit großen Autofähren nach Norwegen, nicht zuletzt durch die beiden Fähren mit Kreuzfahrtschiff-Charakter. Da die oben genannte Firma Fjord1 auch zur Havila / Havyard-Gruppe gehört, ist jedoch davon auszugehen, dass Fjord1 sich nicht bewerben wird.

Neue Antriebstechnologien auf der Traditionsroute

Gemäß der Anforderung des Ministeriums für Verkehr und Kommunikation müssen die neuen Schiffe auf der Route von Bergen nach Kirkenes mindestens 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als die heutigen Schiffe haben und den Landstrom in den Häfen nutzen, die es anbieten. Havila hat Schiffe mit Flüssigerdgas (LNG) für den Antrieb und große Batteriepacks entworfen. Damit soll ermöglicht werden, auch diejenigen Häfen auf der Route anzulaufen, die Emissionsbeschränkungen haben werden.  Genannt seien dazu Geiranger sowie der Trollfjord. Die Gesellschaft Fjord1 hatte die Umweltanforderungen bereits als zu lasch kritisiert. Fjord1 ist mit 16 elektrisch betriebenen Fähren Vorreiter in Norwegen in Sachen alternative Schiffsantriebe. Umwelt-Aspekte sollen beim Auswahl-Prozess für die neue Konzession dennoch eine wichtige Rolle spielen. Das dürfte Hurtigruten AS vor Herausforderungen stellen. Die Gesellschaft hat nämlich eine Anzahl von Schiffen, die um die 25 bis 30 Jahre alt sind, in ihrer Flotte. Laut Angaben von Hurtigruten AS sollen deshalb die Schiffe RICHARD WITH und NORDLYS umgebaut werden, um den Anforderungen zu entsprechen.

Die Ausschreibung gilt übrigens für die Zeit ab dem Jahr 2020. Da Hurtigruten AS aber die Option hat, um ein Jahr zu verlängern, wird es in der Praxis erst um die Zeit ab 2021 gehen. Man darf mit Spannung beobachten, was sich auf der Traditionsroute ändern wird.

Unser Bild zeigt den Entwurf für die Neubauten von Havila Kystruten.

 

 

 

Kreuzfahrten mit der FRAM an Amerikas Ostküste

Fram - Hurtigruten

Neues Fahrtgebiet für Expeditionskreuzfahrtschiff FRAM.

Hurtigruten wird erstmals Kreuzfahrten an der amerikanischen Ostküste anbieten. Die Reisen werden entlang der kanadischen sowie der US-amerikanischen Ostküste gehen und mit der FRAM durchgeführt. Sie ist ein 2007 bei Fincantieri in Monfalcone gebautes Kreuzfahrtschiff der Hurtigruten ASA. Auf dem 113,86 Meter langen Schiff können maximal 318 Passagiere auf 7 Passagierdecks untergebracht werden. Besatzungszahl ist 70. Sie fährt unter norwegischer Flagge.

Die Reihe der Reisen an der amerikanischen Ostküste wird im April 2018 beginnen. Zwischen 8 und 16 Tagen werden die einzelnen Kreuzfahrten dauern. Beispiel einer solchen Kreuzfahrt ist eine Reise, die im kanadischen Halifax beginnt, über Bar Harbor, Bucksport, Rockland in Maine sowie Boston, Newport, New York City and Charleston führt und in Miami endet. Sie wird alternativ auch als nordgehende Reise angeboten. Aber auch für eine 8-tägige Teilreise von Halifax nach New York kann man sich auf die FRAM einbuchen.

Viele Eindrücke von der NORDSTJERNEN

MS Nordstjernen

Nostalgie auf dem Wasser.

Bei unserem Besuch auf der NORDSTJERNEN am 19. Mai 2017 in Hamburg haben wir wieder viele Fotos mitgebracht, die wir Euch hier gern wieder zeigen. Die NORDSTJERNEN wurde 1956 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und wurde in Norwegen mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt. Sie fuhr im Hurtigruten-Dienst für die Bergenske Dampskibsselskab (Bergen Line), später für die Troms Fylke Dampskibsselskab (TFDS). 2013 wurde sie komplett restauriert. Seitdem fährt die NORDSTJERNEN für Vestland Classic. Eine Reise mit der NORDSTJERNEN ist pure Nostalgie. Einige Eindrücke davon möchten wir Euch mit unseren Fotos von Bord vermitteln. Viel Spaß beim Durchstöbern!

 

Besuch auf der NORDSTJERNEN

Nordstjernen an der Überseebrücke

NORDSTJERNEN – norwegisches Traditionsschiff von deutscher Traditionswerft.

Cruisedeck.de hatte die Gelegenheit, eines der ältesten noch in Fahrt befindlichen Passagierschiffe der Welt in Augenschein zu nehmen: die NORDSTJERNEN, ein ehemaliges Postschiff der Hurtigruten, besuchte Hamburg und lag prominent an der Überseebrücke, gleich schräg gegenüber dem Ort, an dem sie vor mehr als 60 Jahren entstanden war, der Werft Blohm & Voss. Sie wurde dort 1956 gebaut, und zwar im Rahmen eines Neubauprogramms der Hurtigruten. Die NORDSTJERNEN wurde am 21. Februar 1956 an die Reederei Det Bergenske Dampskibsselskab (BDS) abgeliefert und fortan auf der Postschiff-Linie der Hurtigruten entlang der norwegischen Küste eingesetzt.

Bis ins Jahr 2012, also 56 Jahre, blieb sie im Einsatz für die Hurtigruten, so lange wie bisher noch kein anderes Hurtigruten-Schiff. Dabei machte sie auch Abstecher, beispielsweise nach Spitzbergen oder zu den Shetland-Inseln. Zweimal wechselte sie die Reederei: 1979 ging sie an die Troms Fylkes Dampskibsselskap A/S (TFDS) und im März 2007 an die Hurtigruten Group, die sich zuvor durch einen Zusammenschluss der TFDS und Ofotens og Vesteraalens Dampskibsselskap A/S (OVDS) als Firma gegründet hatte. Dort blieb die NORDSTJERNEN noch bis 2012 in Dienst.

Unterwegs für Vestland Classic und Hurtigruten

Im November 2012 wurde die NORDSTJERNEN von der Vestland Rederi AS erworben. Sie bekam wieder ihren ursprünglichen Heimathafen Bergen und wurde von Ende 2012 bis Juli 2013 auf einer polnischen Werft umfassend renoviert. Die NORDSTJERNEN war inzwischen vom norwegischen Riksantikvaren unter Denkmalschutz gestellt worden, und entsprechend wurde sie während der Renovierungsarbeiten weitgehend im Original-Zustand belassen bzw. wiederhergestellt. U.a. wurde der Schornstein wieder in den Farben der BDS gestaltet. Seitdem wird die NORDSTJERNEN für Chartertouren und Expeditionsreisen eingesetzt. So fährt sie für Vestland Classic, wird aber zeitweilig auch von Hurtigruten eingechartert.

Denkmalschutz und SOLAS

Als unter Denkmalschutz stehendes und noch in Fahrt befindliches Passagierschiff steckt die NORDSTJERNEN in einem ständigen Dilemma: die Denkmalschutzbehörde einerseits verbietet weitreichende technische und optische Veränderungen am Schiff, andererseits wird durch die Behörden die strikte Einhaltung der SOLAS-Bestimmungen (SOLAS = Safety of Life at Sea) erwartet. Ein Schiff, das 1956 gebaut wurde, kann jedoch nicht alle SOLAS-Regeln erfüllen, ohne dass man es weitreichend umbauen würde. Ein gut sichtbares Beispiel dafür sind die Rettungsboote der NORDSTJERNEN. Sie sehen aus wie aus der Zeit der TITANIC und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Rettungsboote, insbesondere deshalb, weil sie keine feste Überdachung haben. Andererseits haben diese historischen Boote den Vorteil, dass sie nicht nur mit Motorkraft, sondern ersatzweise auch mit Rudern oder aufsetzbaren Segeln fortbewegt werden könnten, was moderne Rettungsboote bekanntermaßen

Nordstjernen-Rettungsboot-300x200 Besuch auf der NORDSTJERNEN

Nordstjernen – Rettungsboot

nicht auszeichnet.

Zudem können bei der NORDSTJERNEN die Davits (hergestellt von den Ottensener Eisenwerken, Hamburg-Altona) nicht nur mit der motorbetriebenen Winde, sondern notfalls auch manuell per Kurbel bedient werden. Ohnehin führt die NORDSTJERNEN genügend Rettungsinseln mit, um im Notfall alle Passagiere aufnehmen zu können. Die Boote würden also gar nicht benötigt werden. Doch mitgeführte Boote müssen auch den Vorschriften entsprechen. Das Dilemma bleibt und damit die Gefahr, dass solch ein Schiffs-Oldtimer bald nicht mehr in Fahrt betrieben werden könnte.

Als Passagier immer hautnah dabei und mittendrin

Noch ist die NORDSTJERNEN zum Glück kein Museumsschiff, sondern ein seetaugliches Passagierschiff, und wer möchte, kann bei Vestland Classic eine Reise darauf buchen, die mit einer herkömmlichen Kreuzfahrt allerdings kaum vergleichbar ist. In familiärer Atmosphäre erlebt man eine Schiffsreise wie aus

Nordstjernen-Rettungsboot-300x200 Besuch auf der NORDSTJERNEN

Nordstjernen – Achterdeck – Sonnendeck

vergangenen Tagen. Als Passagier ist man dem Meer immer noch ganz nah und sieht es nicht wie von manchen Kreuzfahrtschiffen vom 12. Deck aus. Das Sonnendeck auf der NORDSTJERNEN dagegen ist das dritte Deck über der Wasserlinie. 

Als Passagier der NORDSTJERNEN darf man darüber hinaus auf einer Reise von Vestland Classic auch das Backdeck (den vorderen Bereich vor den Schiffsaufbauten) sowie das untere Achterdeck betreten. Beides sind Arbeitsdecks, auf denen auf anderen Schiffen niemals ein Passagier Zutritt bekäme. Mit ausgebreiteten Armen vorn am Bug stehen und TITANIC-Feeling erleben – wo sonst könnte man das noch? Auf der NORDSTJERNEN  erlebt der Passagier das Schiff hautnah und kann zwischen Ankerwinde, Bordkran und Lukendeckel umherkraxeln. Nur während der An- und Ablegemanöver sind diese Bereiche für

Nordstjernen-Rettungsboot-300x200 Besuch auf der NORDSTJERNEN

Nordstjernen – Backdeck

Passagiere selbstverständlich tabu. Und sogar auf den Brückennocks werden Passagiere hin und wieder zugelassen. Wer eine Schiffsfahrt auf der NORDSTJERNEN unternimmt, macht keine Kreuzfahrt! Der Erlebniswert dürfte dem einer Kreuzfahrt dennoch nicht nachstehen!

Postschiff-Tradition

Man findet keinen Luxus an Bord, dafür aber sehr gemütliche Salons, ein nett eingerichtetes Café sowie ein schönes und einladendes Restaurant. Die Atmosphäre ist ungezwungen und familiär. Wer an Bord kommt, kommt zunächst einmal an der Rezeption vorbei, einem weiteren Relikt aus alten Postschiffszeiten. Neben der Rezeption findet sich noch heute der rote Briefkasten der norwegischen Post. Bis in die 1980er-Jahre hinein waren die Schiffe der Hurtigruten auch tatsächlich als Postschiffe unterwegs: in den Häfen wurde neben der Gangway der Briefkasten aufgestellt, so dass die Einwohner der Städte oder Dörfer ihre Post zur Beförderung einwerfen konnten. An Bord der Postschiffe, so auch auf der NORDSTJERNEN, fuhren drei Postbeamte mit, die im Postbüro die Briefe sortierten. Im Rezeptionsbereich der NORDSTJERNEN sind noch heute die Fächer angebracht, in denen die Post nach Häfen einsortiert wurde.

Kabinen und Kuriositäten

Was früher die Kabinen der Postbeamten waren, sind heute die besten Kabinen, die es an Bord der NORDSTJERNEN gibt, so zum Beispiel Kabine 304 auf Deck C. Sie ist weitgehend im Original-Zustand von 1956 erhalten worden und verfügt über ein kleines Bad mit Dusche und WC. Die Holz-Möblierung der Kabine ist Nostalgie pur! Noch einige andere Kabinen sind mit den Original-holzgerahmten Betten von 1956 ausgestattet, wie beispielsweise ein Blick in Kabine 209 verrät. Sogar Handwaschbecken und Armaturen sind noch Original!

Nordstjernen-Rettungsboot-300x200 Besuch auf der NORDSTJERNEN

Nordstjernen – Außenkabine

Dabei ist kaum eine Kabine wie eine andere – manche Betten erinnern an eine Puppenstube oder an ein Heimatmuseum. Darüber hinaus gibt es immer wieder Kuriositäten zu entdecken: Neuen Vorschriften entsprechend fehlte für den rechtwinklig angeordneten vorderen Kabinengang auf Deck C ein Notausgang. Dieser wurde kurzerhand durch Kabine 304 hindurch geschaffen! Eine Notluke in der Kabinentür und danach das Kabinenfenster stellen den Fluchtweg dar! Eine andere Notausgangsvariante zeigt sich auf dem A-Deck: Die Notausgangstür befindet sich direkt hinter dem Gemeinschafts-WC!

Gemeinschafts-WC? Die meisten Kabinen verfügen tatsächlich nicht über ein eigenes WC oder eigene Dusche, auf dem A-Deck steht nicht einmal eine Gemeinschaftsdusche zur Verfügung, zum Duschen begibt man sich ein Deck höher. Klimatisierte Kabinen darf man auch nicht erwarten, stattdessen können in den Außenkabinen die Bullaugen geöffnet werden. Auf welchem Schiff hat man das sonst? Nur im Winter werden die Bullaugen mit Stahlblenden gegen möglichen Eisschlag geschlossen. Damit werden auch die Außenkabinen faktisch zu Innenkabinen.

Silberschatz an Bord

Ohnehin werden die Kabinen von den Passagieren nicht als Aufenthaltsräume betrachtet. In den Kabinen schläft man, ansonsten hält man sich an Deck oder in den Salons auf. Diese Bereiche brauchen sich vor den modernen Kreuzfahrtschiffen nicht zu verstecken! Holzbeplankte Decks mit schönen Holzstühlen ausgestattet, in den Salons, im Café und im Restaurant hängen Original-Kunstwerke von Paul René Gauguin, einem norwegischen Künstler und Enkel von Paul Gauguin, der für seine farbigen Holzskulpturen bekannt geworden ist.

Und in einer Vitrine sind liebevoll Teile des Silberschatzes der NORDSTJERNEN ausgestellt. Ein Silberschatz an Bord? Es handelt sich um das original silberne Geschirr und Besteck der Bergen-Line (BDS), welches durch die Reederei bei Verkauf des Schiffes separat veräußert wurde. Ein Enthusiast hat das Tafelsilber aufgekauft und aufbewahrt. Als die NORDSTJERNEN 2013 wieder im Look wie zu Bergen-Line-Zeiten hergerichtet wurde, schenkte der Sammler dem Schiff seinen Silberschatz. Das Geschirr wird aber nur noch zu seltenen Anlässen wie besonderen Feiern verwendet.

Ein Entertainment-Programm sucht man übrigens vergebens, wird aber von den Passagieren auch nicht erwartet. Hin und wieder ein Vortrag im vorderen Salon, der übrigens früher der I. Klasse-Rauchersalon war, wird hingegen gern angenommen.

Technische Details

Die NORDSTJERNEN, die sich bei vielen Passagieren nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, verfügt über 150 Betten in 71 Kabinen. Es gibt auch zwei Vierbett-Kabinen, die allerdings den Nachteil haben, über keine Dusche und kein WC zu verfügen, und die darüber hinaus achtern im Schiff liegen – „Hotel zur Schraube“ sozusagen. Das Schiff ist mit einer Bruttoraumzahl von 2.191 vermessen, ist 80,77 Meter lang, 12,6 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 4,5 Metern. Es erreicht eine Geschwindigkeit von ca. 15 Knoten. Der Bordkran auf dem Backdeck kann bis zu 3 Tonnen Gewicht tragen. Ursprünglich war das Schiff mit zwei weiteren Bordkränen mit je 1,75 Tonnen Tragkraft ausgerüstet. Man bedenke, dass die NORDSTJERNEN zu Postschiff-Zeiten auch Fracht befördert hat.

Die guten Geister

Hoffen wir auf noch viele Fahrten der NORDSTJERNEN und auch Anläufe in deutschen Häfen. Dazu wäre allerdings auch das Verständnis der Hafenbehörden erforderlich, denn die NORDSTJERNEN ist kein moderner Luxus-Liner, sondern ein Schiffs-Oldtimer. Kontrollen an Bord sind richtig und wichtig, sollten aber mit Augenmaß geschehen. ISPS-Zaun und Sicherheitsschleuse gehören zu den internationalen Vorschriften für Liegeplätze von Passagierschiffen, treiben aber auch die Kosten enorm in die Höhe, die (pro Hafenanlauf) auf 150 Passagiere verteilt werden müssen, während in anderen europäischen Häfen, zum Beispiel in Norwegen, auch schon mal darauf verzichtet werden kann. Wie oft wir die NORDSTJERNEN noch in einem deutschen Hafen zu sehen bekommen, hängt deshalb auch von den Behörden ab. Schon jetzt steht zu befürchten, dass der Anlauf im Mai 2017 in Hamburg das letzte Mal gewesen sein könnte, dass die NORDSTJERNEN den Ort ihrer Entstehung, die Blohm & Voss-Werft, passiert hat.

Wir wünschen uns trotzdem noch viele Besuche der NORDSTJERNEN in deutschen Häfen. Und wer an Bord geht und auf ihr in See sticht, wird vielleicht auch Ernst, den Schiffsgeist erleben, der seit 1956 stets mit von der Partie ist. Ernst war Werftarbeiter bei Blohm & Voss und kam bei einem tragischen Unfall beim Bau der NORDSTJERNEN ums Leben. Aber keine Sorge: Passagiere und Crew berichten, Ernst sei ein guter Geist.

Schiffstaufe unter der Mitternachtssonne

Bereits seit 2007 war sie auf der portugiesischen Werft Estaleiros  Navais de Viana do Castelo S.A.  in Bau. Ursprünglich als Tagesfähre für die Azoren vorgesehen:

Schiffstaufe der Spitzbergen

2015 als NORWAY EXPLORER von Hurtigruten übernommen und derzeit im Umbau zum Expeditionsschiff, wird das Schiff auf den neuen Namen SPITSBERGEN getauft. Die Schiffstaufe soll am 6. Juli im norwegischen Svolvæar auf den Lofoten stattfinden. Zur Schiffstaufe werden neben der SPITSBERGEN auch die Hurtigruten-Schiffe MIDNATSOL  und RICHARD WITH vor Ort sein.

Die SPITZBERGEN ist nach dem Umbau 100,54 Meter lang und für ca. 335 Passagiere ausgelegt.