Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische Küstenroute

Havila Kystruten

Sowohl Hurtigruten ASA als auch Havila Kystruten bekommen Verträge mit dem norwegischen Staat zum Betrieb der Küstenlinie, traditionell Hurtigruten genannt. Hurtigruten wird sieben Schiffe einsetzen, während Havila mit vier neuen Schiffen kommen wird. Das hat das Verkehrsministerium am Freitag angekündigt.

 

 

 

Mit neuen Verträgen an die Tradition anknüpfen

q?_encoding=UTF8&ASIN=3667105568&Format=_SL250_&ID=AsinImage&MarketPlace=DE&ServiceVersion=20070822&WS=1&tag=cruisedeck-21 Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische Küstenrouteq?_encoding=UTF8&ASIN=3667105568&Format=_SL250_&ID=AsinImage&MarketPlace=DE&ServiceVersion=20070822&WS=1&tag=cruisedeck-21 Hurtigruten und Havila Kystruten bekommen Konzession für norwegische KüstenrouteDamit wird auch weiterhin das Transportsystem entlang der norwegischen Küstenlinie aufrecht erhalten. Das bedeutet: Tägliche Abfahrten aus 34 Häfen das ganze Jahr über für den Transport von Passagieren und Gütern. Mit neuen Verträgen wird damit eine lange Tradition fortgesetzt. Es waren drei Pakete mit 11 Routen geschnürt worden, diese wurden nun an zwei Bewerber aufgeteilt: an die Hurtigruten ASA sowie Havila Kystruten. Die neuen Verträge gelten ab 2021.

Strengere Umweltauflagen

Der Verkehrsminister hat dabei betont, dass die Umweltauflagen mit strengeren Anforderungen in den neuen Verträgen aufgenommen wurden. Damit werden die CO2-Emissionen auf dieser Route um etwa 25% gegenüber heute gesenkt. Dabei werden die Staatssubventionen etwa auf dem heutigen Niveau bleiben.

Hurtigruten ASA mit alten und Havila Kystruten mit neuen Schiffen

Die Reederei Havila mit Sitz in Fosnavågen in Sunnmøre bekommt einen Vertrag für den Betrieb von vier Schiffen. Diese werden neu gebaut und operieren für die Firma Havila Kystruten AS.

Hurtigruten ASA bekommt zwei der ausgeschriebenen Pakete: eines mit drei Schiffen und eines mit vier. Sie werden die bestehenden Schiffe einsetzen. Dazu werden die Schiffe aber umgebaut werden müssen, um den strengeren Umweltanforderungen gerecht zu werden.

Bild Copyright: Havila / NTB scanpix

Havila Kystruten – neue Reederei auf der Hurtigruten-Linie?

Havila Kystruten - Neubau - Zeichnung

Neue Passagierschiffs-Reederei in Europa: Havila Kystruten

Wenn man heutzutage von den Hurtigruten spricht, meint man einerseits die traditionelle Schifffahrtsline entlang der norwegischen Küste, andererseits die Reederei, die die Schiffe auf dieser Route betreibt. Die Liniendienste wurden traditionell jedoch von unterschiedlichen Reedereien betrieben. Durch das Ausscheiden einzelner Reedereien aus diesem Dienst, aber auch durch Fusionen und Übernahmen blieb am Ende ein Betreiber der Linie übrig: die Hurtigruten AS. Diese erhält übrigens zumindest für die auslastungsschwachen Wintermonate staatliche Subventionen in nicht unerheblicher Höhe.

Neue Ausschreibung – neue Schiffe

Es ist jedoch nicht ganz selbstverständlich, dass Hurtigruten AS auch zukünftig die Hurtigruten betreibt. Das norwegische Verkehrsministerium hat nämlich die Konzession für die Hurtigruten, also die Schifffahrtslinie entlang der norwegischen Küste, neu ausgeschrieben.

Um sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen, hat die norwegische Firma Havila Shipping ASA eine Tochterfirma mit dem Namen Havila Kystruten gegründet. Diese neue Passagierschiffs-Reederei hat angekündigt, vier neue Passagierschiffe für den norwegischen Küstendienst bauen zu lassen. Die neuen Schiffe wurden von der Werft Havyard in Fosnavåg entworfen. Dabei gehören Werft und Reederei zur selben Firmengruppe, wie die Namensähnlichkeit bereits erahnen lässt. Die neuen Schiffe sollen 125 Meter lang und 20 Meter breit werden und jeweils 700 Passagiere aufnehmen. Zum Vergleich: die Schiffe der Hurtigruten AS variieren zwischen 120 und 135 Metern Länge und einer Passagierkapazität von ca. 500 bis 800.

Aufteilung in mehrere Pakete

Zu Gunsten eines größeren Wettbewerbs hat das Verkehrsministerium das Angebot in drei Pakete aufgeteilt. Dabei handelt es sich um zwei Pakete mit vier Schiffen und ein Paket mit drei Schiffen. Wie erwartet bewirbt sich Hurtigruten AS um alle drei Pakete, um wie bisher die Linie allein mit 11 Schiffen zu betreiben. Havila Kystruten dagegen bewirbt sich um ein Paket von vier Schiffen.

Wer sind die Kandidaten?

Nach Angaben des Ministeriums haben darüber hinaus auch noch andere Reedereien Interesse gezeigt. Obwohl sich das Ministerium in Stillschweigen darüber übt, wer die weiteren Interessenten sein könnten, vermuten Insider die folgenden Kandidaten: Fjord1, Norled, Torghatten, Fjord Line und Color Line. Die ersten drei sind Betreiber lokaler Fährlinien innerhalb Norwegens, Fjord Line dagegen betreibt Linien mit großen Autofähren nach Dänemark und Schweden.  Color Line dürfte auch in Deutschland bekannt sein, nämlich durch mehrere Linien mit großen Autofähren nach Norwegen, nicht zuletzt durch die beiden Fähren mit Kreuzfahrtschiff-Charakter. Da die oben genannte Firma Fjord1 auch zur Havila / Havyard-Gruppe gehört, ist jedoch davon auszugehen, dass Fjord1 sich nicht bewerben wird.

Neue Antriebstechnologien auf der Traditionsroute

Gemäß der Anforderung des Ministeriums für Verkehr und Kommunikation müssen die neuen Schiffe auf der Route von Bergen nach Kirkenes mindestens 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als die heutigen Schiffe haben und den Landstrom in den Häfen nutzen, die es anbieten. Havila hat Schiffe mit Flüssigerdgas (LNG) für den Antrieb und große Batteriepacks entworfen. Damit soll ermöglicht werden, auch diejenigen Häfen auf der Route anzulaufen, die Emissionsbeschränkungen haben werden.  Genannt seien dazu Geiranger sowie der Trollfjord. Die Gesellschaft Fjord1 hatte die Umweltanforderungen bereits als zu lasch kritisiert. Fjord1 ist mit 16 elektrisch betriebenen Fähren Vorreiter in Norwegen in Sachen alternative Schiffsantriebe. Umwelt-Aspekte sollen beim Auswahl-Prozess für die neue Konzession dennoch eine wichtige Rolle spielen. Das dürfte Hurtigruten AS vor Herausforderungen stellen. Die Gesellschaft hat nämlich eine Anzahl von Schiffen, die um die 25 bis 30 Jahre alt sind, in ihrer Flotte. Laut Angaben von Hurtigruten AS sollen deshalb die Schiffe RICHARD WITH und NORDLYS umgebaut werden, um den Anforderungen zu entsprechen.

Die Ausschreibung gilt übrigens für die Zeit ab dem Jahr 2020. Da Hurtigruten AS aber die Option hat, um ein Jahr zu verlängern, wird es in der Praxis erst um die Zeit ab 2021 gehen. Man darf mit Spannung beobachten, was sich auf der Traditionsroute ändern wird.

Unser Bild zeigt den Entwurf für die Neubauten von Havila Kystruten.